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Reisemagazin

Norwegisches Tromsø: arktische Stadt, in der ihr euch weder im Winter noch im Sommer langweilen werdet

Norwegisches Tromsø: arktische Stadt, in der ihr euch weder im Winter noch im Sommer langweilen werdet

Ich bin keine Skifahrerin und bin im April eher an eine Jeansjacke als eine Winterjacke gewöhnt. Ich habe versucht, direkt im arktischen Teil Norwegens in der Stadt Tromsø und auf der schönen 3 Kilometer malerischer Fahrt von Tromsø entfernten Insel Senja, zu der ein von Fjorden und Bergen gesäumter Unterwasser-Tunnel führt, Ski zu fahren. Und das alles mit einem Mann, den ich vorher nicht gesehen habe. Nichts ist besser als ein echtes Abenteuer.

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Fjorde und Hügel arktischen Norwegens.

Als ich im April letztes Jahres nach dem fast zweistündigen Flug aus dem kleinen Flugzeug einer norwegischen Inlandfluggesellschaft ausgestiegen bin, war es schon Abend und draußen ganz schön dunkel. Es gab einen starken Wind, den ich nicht einmal im Dezember auf Island gespürt habe.

Vor dem Flughafen parkten Autos zwischen drei und fünf Metern Schnee. Eins gehörte Steffen. Ein lachender Norweger mit wenigen Haaren, aber einem richtigen Bart, den ich noch nie zuvor, nur online, getroffen habe. Heute sind wir gute Freunde.

Tromsø

Wildnis in der Stadt und an ihrer Peripherie

Tromsø ist eine relativ kleine Stadt. In ein paar Tagen schaffte ich, fast alles zu Fuß zu erkunden. Es hat etwas mehr als 70.000 Einwohner, gilt aber als das prominenteste Gebiet im Norden des Landes. Als eine der nördlichsten Städte ist es für Besucher aus anderen Teilen Norwegens, aber auch aus dem Ausland, sehr gut erreichbar.

Am einfachsten ist Tromsø auf dem Luftweg zu erreichen. Meine Reise begann am Flughafen Wien, setzte mit einem Zwischenstopp in Oslo fort, wo ich etwa mehr als eine Stunde wartete. Sie endete mit einer früher als geplant erfolgreichen Ankunft im Norden Norwegens. Aber eine gute Erfahrung ist sicher auch eine Reise mit Zug, Bus und Fähre. Das Land ist mit Inseln und Fjorden voller schöner Brücken und Unterwasserstraßen verwoben.

Tromsø

Tromsø ist für manche Reisende ein Umsteigepunkt auf dem Weg nach Stockholm, Finnland, auf Island, Spitzbergen, Bäreninsel oder in die USA.

Touristen besuchen die Stadt das ganze Jahr über. Immer gibt es im Stadtzentrum oder an der Peripherie etwas zu tun. Tromsø rühmt sich eines reichen Nachtlebens in Bars und Lokalen mit Live-Musik, Karaoke oder Stand-Up-Comedy. Kleine hölzerne und auch moderne minimalistische Kneipen mit angeblich gutem Bier (mir schmeckte leider keins), Kultur und tolles Essen von Fischen und Lammfleisch bis zu Wildfleisch von Lachs, Rentieren und Ziegen aus Nordwäldern – auch das ist Tromsø.

Wildfleisch aus Nordwäldern im Restaurant Vertshuset Skarven, Tromsø.

Die Norweger mögen Fleisch und Fisch sehr. Besucht unbedingt das Vertshuset Skarven, ein Restaurant, das sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen beliebt ist. Steffen ist ein großartiger Koch und Gourmet, der die Qualität lokaler Zutaten schätzt, besonders wenn es um bäuerliches Essen geht. Ihr könnt daher seinen Empfehlungen glauben. Außerdem hat mich der Preis für das Abendessen angenehm überrascht, obwohl sich das Restaurant im Hafen in der Innenstadt befindet. Für Bier, Whisky und gute Musik schicken wir euch in die Ølhallen Bar.

Von September bis März kommen Leute hierher, um die Aurora zu beobachten und von Mai bis Juni, um die Sonne der Polartage zu erleben. Tromsø hat eine sehr günstige Lage. Ein bisschen außerhalb der Stadt könnt ihr in die scheinbar unberührte Wildnis eintauchen, die viele Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten bietet – Wandern, Angeln, Kajakfahren, Hunde- und Rentiergespanne sowie Walbeobachtung. Ihr müsst jedoch auf die Preise achten und vorausplanen. Dies gilt sowohl für Outdoor-Aktivitäten und Unterhaltung in der Stadt als auch für Mahlzeiten.

Wo in Norwegen übernachten? Auf einer fremden Couch doch!

Am ersten und an allen anderen Morgen erwachte ich zu einem Märchen, umgeben von bewohnten und unbewohnten Fjorden und schneebedeckten Hügeln aus allen Richtungen, aus jedem Fenster von Steffens Wohnung. Die Fenster waren echt groß.

Aussicht von Steffens Wohnung am Stadtrand.

Es gab nur zwei Ausnahmen, als es in Tromsø und dann in Hamn und Senja, im Haus am Hafen auf der Insel Senja, so stark schneite, dass man nicht einmal einen halben Meter vor sich sehen konnte. Ich erinnere mich, dass wir unter den Dutzenden anderer Autos, die an solchen Morgen unter Schnee vergraben waren, unser Auto nicht finden konnten. April und so viel lockerer weißer Schnee – es ist immer noch ein großartiges Erlebnis für mich.

Beschneite Insel Senja.

Ich konnte mir es einfach nicht leisten, fast zwei Wochen in Norwegen zu bleiben und ein Hotelzimmer zu bezahlen oder ein Häuschen im Hafen zu mieten, das ich mit anderen Leuten teilen müsste. Die Norweger mögen Airbnb und Couchsurfing und sie nutzen diese Dienstleistungen als Touristen sowie Gastgeber aus.

Wenn ihr jetzt an das Klischee denkt, dass Nordländer kühle und zurückhaltende Menschen sind, vergesst es einfach. Eine solche Verallgemeinerung kann auf jeden zutreffen und glaubt mir, die norwegische Gastfreundschaft für Fremde, andere Hautfarben oder Religionen ist überall zu fühlen.

Steffen bietet sein ausklappbares Schlafsofa seit Jahren Reisenden aus aller Welt kostenlos, einige bleiben zwei Tage, andere zwei Wochen. Das war auch mein Fall. Als Gegendienst reist er in die Länder, aus denen seine Couchsurfer kommen, und verbringt dort einige Zeit als Gast.

Es ist eine tolle Möglichkeit, günstig zu reisen, aber mit einem großen Mehrwert, den euch das Hotel nicht bietet – ihr lernt die Heimat und die Kultur des Lebens, Essens und Lebens als solches kennen und besucht Orte, an denen ihr selten Touristen findet. Vielleicht werdet ihr euch von Vorurteilen und Stereotypen befreien. Das ist das Schönste am Reisen.

Außerdem ist die positive multikulturelle Einstellung in Tromsø wichtig – es leben hier Menschen mit etwa hundert Nationalitäten. Gleichzeitig ist es die nördlichste Stadt, in der die Pride organisiert wird.

Wer Angst hat, sollte sich der Skihänge entziehen

Steffen wohnt am Stadtrand, ca. 25 Minuten mit dem Bus vom Zentrum entfernt. Großartige Lage, besonders für diejenigen, die Outdoor-Aktivitäten in der Natur lieben. Gleich hinter dem modernen dreistöckigen, teilweise hölzigen Wohnhaus, das seit über zwei Jahren bewohnt wird, befindet sich der erste kleinere Hang.

Steffen, seine Freunde und Nachbarn verbringen die Wochenenden draußen auf Skiern, Langlaufskiern, Alpinskiern, Schlitten, aber auch auf langen Nordwalking-Strecken. Einige genießen eine Stunde Skifahren, bevor sie morgens zur Arbeit gehen. Es ist doch ihr Nationalsport.

Ich bin nie zuvor Ski gefahren. Ich meine, ich stand auf Skiern nur ein paar Mal und zwar während des Skikurses, der von meinem Gymnasium organisiert wurde. Dann scheuerten die geliehenen Skischuhe so sehr, dass ich mit einem Buch in der Hand bis zum Ende des Skikurses auf der Bank im Imbiss saß. Und so dachte ich, wenn nächstes Mal Skifahren, dann richtig und direkt in Norwegen.

Wie ich im arktischen Norwegen Skifahren lernte.

Also lernte ich, wie man die Skier richtig an- und auszieht, was mir (muss ich zugeben) ein größeres Problem machte, als einen steileren Hügel herunterzufahren, ohne zur Seite oder auf meinen Hintern zu fallen. Zunächst Versuche auf einem flachen Gelände, „Entenaufstiege“ auf Hügel, Abfahrten mit gebeugten Beinen und unter Ellbogen versteckten Skistöcken, Synchronisieren, Hand- und Fußkoordination beim Gehen oder Langlaufen. Unglaubliche Menge an Stürzen und aufgegessenem Schnee.

Wo kann man im arktischen Tromsø Ski fahren?

Also bin ich nicht ein einziges Mal nach Varden gekommen, einem Aussichtspunkt 407 Meter über dem Meeresspiegel. Nein, dies ist keine große Höhe, aber dank kurvenreicher Waldwege und häufiger Höhenunterschiede war es eine richtige Schufterei. Sogar zwei Stunden nur in einer Richtung. Der Aussichtspunkt bietet einen schönen Blick über die ganze Stadt. Das Gelände eignet sich auch zum Wandern mit Kindern und Tieren.

Wenn ihr im Schlafsack im arktischen Teil Norwegens auf einem Hügel sitzt und euch mit der Sonne aufwärmen lasst, nachdem ihr zum ersten Mal in eurem Leben mehrere Kilometer Ski gefahren und so oft wie nie zuvor auf den Boden hingefallen seid – ein Gefühl von unschätzbarem Wert. Fügt heiße Schokolade und hausgemachten Kuchen hinzu und ihr werdet dieses Glücksgefühl versichern wollen. Zumindest wollte ich das machen.

Nach dem ersten erfolgreichen Skifahren über der Stadt Tromsø.

Aber es reicht nicht aus, sich einen Teil des Körpers nur auf einem Hügel zu verletzen, es muss mehr Hügel geben. Der Rødtind, 471 Meter über dem Meeresspiegel, ist auch für Anfänger geeignet. Der Weg zu diesem Berg führt vom Skigebiet Storelva mit Blick auf den Fluss bis ihr in den Wald einbiegt.

Als wir zum ersten Mal zu ihm kamen und ich feststellte, dass der Hang die ganze Zeit bergauf ging, glaubte ich nicht, dass es eine gute Idee war. Gut war es. Die „Entenaufstiege“ sind ein Manöver, den ich vielleicht dank dieses Aufstiegs am besten gelernt habe. Und vielleicht könnte ich damit aufhören, sie endlich beschämend „Entenaufstiege“ zu nennen. Das Herunterlaufen ist die perfekte Belohnung für müde Beine vom Klettern.

Sahnehäubchen am Ende – Insel Senja

Am Ende meines Aufenthalts im arktischen Teil Norwegens nahm mich Steffen für ein verlängertes Wochenende mit, wie er es nannte – ein Familienhäuschen auf Senja, einer Insel, die ungefähr drei Stunden Autofahrt von Tromsø entfernt ist. Der Weg führte über von Fjorden und Küsten gesäumtes Meer, Felsentunnel und Unterwasser-Betonkorridore. Ein Familienhäuschen, das ich mir stereotyp vorgestellt hatte, stand allerdings nicht da.

Es waren nebeneinander aufgebaute riesige Backsteingebäuden mit schönen großen Fenstern, Terrassen und einer Sauna direkt im Badezimmer. Alle gleich und doch anders dekoriert und eingerichtet. Sie standen ziemlich tief im Meer, das bei starkem Wind in die Terrasse schlug. Nachts weckte mich ein verrückter Wind aus meinem Schlaf, als er durch hölzerne Lücken rang.

Ferienhaus Steffens Familie, Insel Senja.

Steffen und ihre Schwester springen im Sommer von der Terrasse ins Meer oder beobachten bei Sonnenuntergang die Wale, die die Bucht im Hafen der Insel besuchen. Obwohl die Häuser auf einer Seite der Insel alle verkauft sind, bieten Hamn und Senja auf anderer Seite sehr ähnliche Häuser zur Miete an. Es gibt viele Restaurants, eine Disco und eine Bar. Im Sommer werden lange Kreuzfahrten und Entdeckungstouren unternommen und im Winter fährt man Ski auf den nahegelegenen Hügeln und Bergen.

Letztes Skifahren, Senja.

Auch wir haben uns für ein solches Skifahren entschieden. Hier erreichen die Hügel sogar tausend Meter. Es hat mir jedoch gereicht, in der absoluten Stille der Berge im unberührten Schnee Ski zu fahren. Ein norwegisches Heilmittel für die Seele, das bei jeder Erinnerung an die Schönheit zu wirken beginnt.

Der Text wurde von unserer lieben Kollegin Diana geschrieben, die alles an eigener Haut erlebt hat.


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